Trauungsbeispiele

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Text 1

Liebes Brautpaar, liebe Freundinnen und Freunde, liebe Verwandte und Bekannte,

Ich begrüsse Sie alle ganz herzlich zu dieser Trauung von XX und YY. Wir alle sind hier zusammen gekommen, weil wir eine Verbindung feiern wollen: die Verbindung zwischen XX und YY.
Auf den ersten Blick sticht einem diese nicht einfach so in die Augen – auf jeden Fall habe ich Euch so kennen gelernt. Man muss etwas genauer hinsehen, vielleicht auch etwas suchen … – dann darf man aber erkennen, dass da ein ganzer Haufen an Verbindungen zusammen kommt. Über eine dieser Verbindungen, möchte ich etwas ausführlicher berichten und gemeinsam mit Ihnen allen und Euch im Speziellen nachdenken. Es ist diejenige des Wassers.

Alles hat ja sozusagen am Wasser begonnen:
Da war im Jahre 19XY mal eine XX, die auf ihrem Lehrabschluss-Ausflug beim Hydrospeed vor lauter Helm und dickem Anzug nichts mehr zu sehen bekam und mehr einem (Zitat) «schwimmendem Objekt» glich als etwas Anderem. Da war aber auch ein umsichtiger und von Mitleid erfüllter YY, der sich dieser, vielleicht etwas unbeholfenen, XX erbarmte und sie gezogen hat.
Gleichentags stand da aber auch noch ein Raft-Ausflug auf dem Programm, bei welchem einer der Rafting-Guides ins Wasser fiel und anschliessend den, von einer umsichtigen Teilnehmerin angebotenen Pullover, cool ablehnte.

Ganz allgemein darf man – glaub’ ich – sagen, dass das Wasser, zusammen mit den anderen Elementen des Windes, des Wetters und der Berge Euch ein treuer Begleiter bei all Euren verschiedenen Aktivitäten in der Natur war und weiterhin ist. Dann ist mir aber auch aufgefallen, wie man Eure Charaktere sehr gut mit dem Wasser vergleichen könnte: […]

Text 2

Ich sehe den Himmel, den du gemacht hast, den Mond und die Sterne auf ihrer Bahn. Was sind da die Menschen, dass du ihrer gedenkst und die Menschenkinder, dass du dich ihrer annimmst? Du hast ihnen Macht und Würde verliehen, es fehlte nicht viel, und sie wären wie Du. (Ps 8,4-6)

Liebes Brautpaar, liebe Freundinnen und Freunde, liebe Verwandte und Bekannte,

mit diesen Versen aus Psalm 8 begrüsse ich Sie ganz herzlich zur Trauung von YY und XX.
Sie sind wahrlich zwei Sternenkinder, liebe YY und XX, die Ihre Sternenhochzeit an einem solch wunderbaren Ort feiern dürfen; zusammen mit all Ihren lieben Freunden, Verwandten und Bekannten. Wer hätte gedacht, dass sich Ihre Leben eines Tages nicht mehr in den gewohnten Umlaufbahnen bewegen könnten, sondern eine Kurve machen, einen Umweg nehmen oder für eine gewisse Zeit sogar völlig von der Bahn abkommen? Sie, YY, wahrscheinlich am allerwenigsten.

Damals, als Ihre ganze Welt zusammen zu brechen drohte, als alles aus den Fugen geriet, sich nichts mehr so anfühlte, wie es einmal war, damals hätten Sie sich wahrscheinlich nie im Traum vorstellen können, dass Sie wieder auf eine neue Umlaufbahn kommen werden, um einen neuen Fix- und Leitstern herum, der Ihnen Kraft gibt, sie anstrahlt und der Sie immer wieder von Neuem motiviert. Nun, nach diesem Ausflug in unbekannte Gefilde und durch schwarze Löcher hindurch, befinden Sie sich wieder auf einer sicheren Bahn. Diesmal vielleicht um einiges nüchterner, aber, ich glaube auch, um einiges stabiler.

Es ist und war ja nicht immer einfach, mit dieser neuen Konstellation: da eine neue Freundin, da noch die alte Familie und beide beanspruchten ihren Platz; und das zu Recht. Da braucht es einiges an Überzeugungsarbeit und Gesprächen und an Klärung von Missverständnissen. Da ist es vonnöten, die Konflikte auszuhalten und sie auszutragen, damit in einem solchen Modell jede und jeder seinen und ihren (neuen) Platz findet. So weit ich das beurteilen kann, ist das Ihnen, liebe Familie Z., sehr gut gelungen. Herzliche Gratulation.

Oder: Wer hätte es zu denken gewagt, dass der Mann mit dieser wunderbaren Stimme einmal nur Sie umkreisen wird, XX. Die Anziehung war da, die gegenseitige Sympathie ja auch; aber da war dieser goldene Ring an seiner Hand, der Sie völlig aus der Bahn geworfen hatte und Sie beinahe dazu brachte, sich damit abzufinden, dass dieser Stern garantiert nie für Sie leuchten wird. […]